Alle Arbeiten

Kollodium-Nassplattenfotografie

Das Kollodium-Nassplattenverfahren entstand Anfang der 1850er Jahre. Gustave Le Gray beschrieb bereits 1850 die Verwendung von Kollodium in der Fotografie; Frederick Scott Archer veröffentlichte 1851 ein praktisch ausgearbeitetes Verfahren. Damit eröffneten sich neue Möglichkeiten, detailreiche Fotografien auf Glas herzustellen.

Seine Verbreitung hatte sowohl technische als auch wirtschaftliche Gründe. Gegenüber der Daguerreotypie ermöglichte es geringere Herstellungskosten und kürzere Belichtungszeiten. Zugleich verband es eine feine Detailzeichnung mit der Möglichkeit, von einem Glasnegativ zahlreiche Papierabzüge anzufertigen. Während die Daguerreotypie ein einzelnes Bild auf einer versilberten Platte hervorbrachte, ließ sich eine Aufnahme nun leichter vervielfältigen und weitergeben. Das Kollodiumverfahren verdrängte dadurch im Laufe der folgenden Jahrzehnte die Daguerreotypie weitgehend.

Frederick Scott Archer hob bereits 1852 die Verbindung von praktischer Handhabung und Bildwirkung hervor:

„Abschließend zögere ich nicht zu sagen, dass niemand ohne Erfolg bleiben wird, der mit der üblichen Sorgfalt und Umsicht gute Chemikalien beschafft und in den verschiedenen Stadien des Verfahrens streng auf Sauberkeit achtet. Wenn sich nach etwas Übung eine feste Ordnung im Umgang mit den benötigten Hilfsmitteln einhalten lässt – wenn also alles gut geordnet ist –, wird das gesamte Verfahren zu einer Quelle großer Freude. Mit keinem anderen gegenwärtig bekannten Verfahren lassen sich so gute Ergebnisse mit so wenig Arbeit und Kosten erzielen.“

— Frederick Scott Archer, 1852, Schlusskapitel, S. 52. Eigene Übersetzung aus dem Englischen.